Biennale Tanzausbildung Blog

10.03.2012
20:06

Tag vier, das sag ich dir! Was sagst du mir? Das sagen wir: ...

Den Tag beginnen wir wie auch schon die letzten drei mit dem weg zum Café neben der Hochschule. 

 

Es ist 09:00 Uhr und wir sitzen wieder als die Ersten im "Kleinen Saal" . Wir beschließen uns heute mit einem modernen Training für die Workshops einzustimmen. Der "Kleine Saal" ist ein umfunktionierter Musiksaal, der mit einem ausrollbaren Tanzboden zum provisorischen Tanzstudio umfunktioniert wurde. Zwar keine Spiegel und kein Piano, stattdessen eine riesen eingebaute Orgel,  schafft eine ganz besondere Atmosphähre im Saal. Jenny Coogan die unser erstes Modern Warm Up Training übernimmt, ist eine freundlich und sehr aufgestellte Seele, die durchaus auch mal für ein Witzchen zu haben ist, wie wir in einem kurzen persönlichen Gespräch zwischen Bloggern und Professorin festellen dürfen. Ihr sehr lockerer und freier Unterrichtsstil animiert unsere Körper die Dichte der afrikanischen Töne in vollen Zügen auszunutzen. Leider ist der extra dafür ausgelegte Tanzboden etwas zu klein, um den Bewegungen freien Lauf zu lassen - das gibt uns ein Gefühl von Einschränkung. Spaß haben wir trotzdem sehr viel. 

 

Das selbe Prozedere wie gestern: Schnellumzug, kurzer Verschnaufer und ab in den 1. Teil des Workshops. 

 

Der inscore-outscore workshop ist interessant. Ich verstehe das Konzept des Kurses immer besser und die praktischen Teile werden auch länger. Offene Diskusionen über Erfahrungen während der Improvisationen lassen Einblicke der anderen Kursteilnehmer erfahren. Es ist wie ein Gang in die Gedanken der anderen. Allerdings verlieren wir schnell die Konzentration, doch kurze Pausen zwischendurch lassen sich organisieren, damit sich der Kopf kurz ausruhen kann.

 

Im zweiten Teil des Workshops gestern haben wir uns dem Pas de Deux aus William Forsyths "in the middle of somewhat elevated" gewidmet und mit den jeweiligen Partnern angefangen es einzustudieren. Eingeführt wurden wir mit einer Videodarbietung des Royal Swedish Ballet, welches genau dieses Pas de Deux performte. Beim Ansehen dieses Videos verloren wir beinahe das Selbstvertrauen diese Choreographie jemals selbst ausführen zu können. Mit anfänglichen Schwierigkeiten und doppelt so viel Aufmerksamkeit auf Details und Sensibilität der Bewegungen kamen unsere Körper jedoch Schritt für Schritt in den Fluss, was uns das Arbeiten erleichterte und den Spaßfaktor erhöhte. Durch die extreme Schnelligkeit der Musik und den doch komplizierten Schrittfolgen konnten wir uns nun eine langsame Auffassungsfähigkeit keineswegs erlauben. 

Heute fahren wir fort und sind durch viel Konzentration und Arbeit doch schon recht weit gekommen. Dieses Erfolgserlebnis von der Entwicklung von anfänglicher Unsicherheit zur überraschenden Fähigkeit dieses Pas de Deux auszuführen, Lösungen zusammen zu finden  und es genießen zu können macht das ganze tanzen aus. Wir sind selbst überrascht, wieviel man in solch kurzer Zeit von komplett fremden Material lernen kann.

 

Abends in der LAB angekommen realisieren wir, dass wir wohl für heute Abend die einzigen fleißige Bienchen und kulturinteressierten Studenten sind, die die Mannheimer Schule vertreten. Wir bereuen es keinesfalls, uns heute keinen freien Abend gegönnt zu haben. Auf der Bühne der LAB sind viele interessante Stände aufgebaut, wie zum Beispiel ein Zelt als Kuschelecke mit reichlich geistreicher Lektüre über das Thema Tanzerbe und verschiedenen Videoinstallationen. Als Endpräsentation folgt eine Performance des Frankfurter Independance Dance. Sehr cool! 

 

Wir sind ziemlich spät im Hostel. Erschöpft aber glücklich, dank der neuen Impressionen, fallen wir ins Bett und freuen uns auf morgen. 

 

Danke, Luca-Andrea und Stella, eure Bloggerfreunde !

Stella Höttler(stella.hoettler@gmx.de)Gravatar: Stella HöttlerPermalinkTrackback-Link
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